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Die verlorene Frau – Emily Gunnis (Rezension)

Der Inhalt:
Rebecca ist 13 Jahre alt, als in einer Nacht im Jahre 1952 ihre Eltern tot aufgefunden werden. 50 Jahre später verschwindet Rebeccas Tochter, Jessie nach der Geburt ihres Babys aus der Klinik. Das Baby ist schwer krank und muss schnell wieder gefunden werden um es zu retten. Liegt der Grund für Jessies Verschwinden in der Vergangenheit?

Meine Meinung:
Emily Gunnis erzählt hier einmal die Geschichte von Harriet und Jakob, Rebeccas Eltern, wie sie in den 50er-Jahren lebten und wie es zu ihrem plötzlichen Tot kommt. Die Vergangenheit mischt sie geschickt mit dem Geschehen in der Gegenwart. Jessies Verschwinden zwingt Rebecca und ihre Angehörigen sich wieder an Vergangenes zu erinnern und dadurch die Gründe für Jessies Verschwinden zu offenbaren. Der Erzählstil ist leicht verständlich und zügig zu lesen, so dass der Leder/ die Leserin leicht in die Geschichte abtauchen kann. Die Kapitel sind kurz und Vergangenheit wechselt sich mit der Gegenwart ab. Dadurch wird es nicht langweilig und ich möchte immer noch ein Kapitel lesen um dem Geheimnis endlich auf die Spur zu kommen. Nach gut Zweidritteln des Buches, habe ich eine leise Ahnung, was in der Schicksalsnacht von 50 Jahren geschehen sein könnte. Allerdings bin ich mir bis zum Ende nicht sicher. Die Autorin macht es spannend und lüftet das Geheimnis erst am Ende. Ich mochte die Protagonisten gerne leiden und konnte sie mir sehr gut als Persönlichkeiten vorstellen und ihre Handlungen nachvollziehen. Am besten gefielen mir Rebecca und Harriet. Mit den beiden habe ich mitgefiebert und gelitten. Mir hätte es sehr gefallen, wenn das Ende noch etwas hinausgezögert worden wäre und ich noch ein kleines bisschen mehr Zeit hätte mit Rebecca verbringen können. Diese Geschichte war sehr kurzweilig und spannend mit der richtigen Prise Drama. Mir hat dieses Buch besser gefallen als die Vorgängergeschichte. (Das Haus der Verlassenen)

Fazit:
Sehr kurzweilige Unterhaltung mit genügend Spannung und Drama. Gelungene Verwebung von Vergangenheit und Gegenwart. Emotional jedoch nicht kitschig.

4 von 5 Sternen!

(Werbung! Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar.)

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NEON – Er tötet dich (G.S. Locke) – Rezension

Der Inhalt:
Der Detektive Matt Jackson möchte nach der Ermordung seiner Frau nicht mehr weiter leben und heuert deshalb die Auftragskillerin, Iris Palmer an um ihn zu töten. Bevor diese den Auftrag ausführen kann, taucht ein neuer Hinweis über „Neon“ auf, der Polly, die Frau von Matt Jackson, ermordet hat. Jackson möchte nun doch weiter leben und den Mörder seiner Frau persönlich zur Strecke bringen. Dafür holt er sich seine Killerin, Iris Palmer, mit ins Boot. Die beiden begeben sich zusammen auf Spurensuche.

Meine Meinung:
Ich fand die Charaktere sehr blass und konnte zu keinem einen emotionalen Bezug aufbauen. Deshalb plätscherte die Handlung auch nur an mir vorbei und ich konnnte nicht heineintauchen, obwohl ich wirklich sehr daran interessiert war, ob und wie sich Neon und Jackson irgendwann treffen werden und ob es bis dahin noch mehr Opfer geben würde und wie sie drapiert sein würden. Deshalb las ich zügig weiter und kam, wegen der Aufteilung in sehr kurze Kapitel, auch schnell voran. Die Kapitel erzählten das Geschehen immer abwechselnd aus der Perspektive von Matt Jackson, Iris Palmer und Neon. Für den Leser wird schnell aufgeklärt, wer sich hinter „Neon“ verbirgt. Das lässt die Spannung etwas abflauen aber es bleiben noch genügend Fragen übrig, die es lohnenswert machen das Buch bis zum Ende zu lesen. Dadurch, dass ich nicht mit den Charakteren warm wurde, nahm ich als neutraler Beobachter an der Handlung teil. Große Emotionen blieben bei mir aus. Trotzdem hat das Buch mich gut unterhalten. Es war stetig spannend geschrieben und diese Spannung steigerte sich dann bis zum Ende. Das Ende war schlüssig, wenn auch wenig überraschend. G.S. Locke schreibt in einfacher, schnörkelloser Sprache, die es dem Leser leicht macht zügig durch das Geschehen zu wandern.

Fazit:
Nette Unterhaltung mit einem stetigen Spannungsbogen. Leider blasse Charaktere zu denen ich keinen Zugang fand. Trotzdem fand ich die Handlung flüssig und schlüssig erzählt.

3 von 5 Sternen!

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Der Todgeweihte – Gabriella Ullberg Westin (Rezension)

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Der Inhalt:
ein junger Mann wird in dem kleinen schwedischen Küstenstädchen Hudiksvall auf offener Straße erschossen, seine Freundin schwer verletzt. Sie begeht kurze Zeit später im Krankenhaus Selbstmord. Kriminalinspektor Johan Rokka ist für den Fall zuständig. Während er ermittelt, verschwindet Louise Hojier, die Frau seines Cousins, spurlos. Sie wollte nach Shanghai fliegen, um ein neues Patent zur Identitätserkennnung vorzustellen, doch sie kam dort nie an. Und dann taucht plötzlich nach jahrelanger Abwesenheit Rokkas Bruder Daniel unter falschem Namen wieder auf. Er ist todkrank und hat nichts mehr zu verlieren. Doch er hat eine letzte Mission. Geht er über Leichen? (Klappentext)

Meine Meinung:
Dies ist der dritte Fall für Kriminalinspektor Johan Rokka. Die Geschichte ist jedoch in sich geschlossen und kann auch gelesen werden, ohne dass man die vorherigen Bände gelesen hat.
Das Buch beginnt schon direkt zu Anfang mit einer Schießerei auf offener Straße, bei der ein junger Mann erschossen wird und seine Freundin schwer verletzt. Damit wird direkt ein hohes Tempo und viel Spannung aufgebaut. Diese Spannung hält sich bis auf ein paar kleine Einschnitte stetig bis zum Ende. Kurz vor dem Ende steigt sie nochmals etwas an. Ich als Leserin konnte nicht aufhören zu lesen bis ich am Ende und der Auflösung nahe war.
Gabriella Ullberg Westin hat in „Der Todgeweihte“ drei Handlungsstränge sehr knifflig miteinander verwoben, so dass ich bis kurz vor Schluss, keine Idee hatte wie diese zusammenpassen könnten. Einige überraschende Wendungen und Zusammenhänge gaben dem Verlauf zusätzlich Dynamik und Spannung.
Der Schreibstil der Autorin war dabei immer flüssig und die Handlungen in einfachen Worten beschrieben. Die Charaktere fand ich sehr gut ausgearbeitet und dargestellt. Gerade die Hauptprotagonisten, Johann Rokka und Janna Wissmann sind sehr tiefgründig und facettenreich beschrieben. Auch alle anderen Charaktere sind sehr gut dargestellt und ich konnte sie mir leicht bildlich vorstellen. Die einen mochte ich mehr und die anderen weniger; wie das im Leben auch so ist. Die Geschichte hat mich emotional gepackt, mich wütend gemacht und traurig und mich zum Nachdenken angeregt. Trotzdem wurde ich auch sehr gut unterhalten und ich habe es genossen mit Johann Rokka und Janna Wissmann dieses Abenteuer zu erleben.

Fazit:
Spannende Unterhaltung mit viel Tempo und einigen überraschenden Wendungen. Sehr empfehlenswert für alle, die Thriller mögen.

5 von 5 Sternen!

(Werbung! Vielen Dank an Harper Collins für das Rezensionsexemplar!)

 

 

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Und am Ende werden wir frei sein – Martha Hall Kelly (Rezension)

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Der Inhalt:
Die New Yorkerin, Caroline, arbeitet 1939 im Konsulat und es fehlt ihr an nichts. Sie ist seit kurzem in den französischen Schauspieler Paul verliebt. Doch ihr Glück währt nicht lange. Hitlers Armee marschiert in Frankreich ein und Paul reist nach Europa um seiner Familie zu helfen.
Währenddessen ändert sich auch das Leben der jungen Polin Kasia, denn Hitlers Truppen fallen auch in ihre Heimatstadt Luplin in Polen ein.
Zur gleichen Zeit würde die Düsseldorferin Herta alles für eine Anstellung als Ärztin tun. Als sie ein Angebot erhält sagt sie deshalb sofort zu.
Keine der Frauen ahnt, dass sich ihre Wege durch schreckliche Umstände kreuzen werden und ihre Schicksale miteinander verbunden sind.

„Es war wundervoll, endlich einmal nicht diejenige zu sein, die allein war. Traurige Lieder sind gar nicht so traurig, wenn man geliebt wird. Laut singend bog ich in Pauls Straße ein. Wen interessierte es schon, was die Nachbarn sagten?“ (Zitat; Und am Ende werden wir frei sein)

Meine Meinung:
Kaum hatte ich mit dem Buch begonnen, wurde ich auch schon in seinen Bann gezogen und konnte es kaum noch aus der Hand legen. Die Kapitel sind recht kurz und erzählen abwechselnd aus dem Leben der drei Frauen. Dadurch entsteht ein hohes Tempo und die Ereignisse überschlagen sich hin und wieder so sehr, dass ich kaum zu Atem kam. Immer wieder wollte ich unbedingt noch ein Kapitel lesen, weil es gerade so spannend war und so ging es einfach immer weiter bis zum Ende. Der flüssige, einfache Schreibstil hat es mir sehr leicht gemacht, regelrecht durch die Kapitel zu fliegen und sie in mich aufzusaugen. Ich hatte das Gefühl immer mitten im Geschehen zu sein und alles hautnah zu erleben. Dabei habe ich mit den Protagonisten gelitten, gehofft, geweint, gelacht und sie allesamt in mein Herz geschlossen.
Martha Hall Kelly hat mir die dunkle Seite der deutschen Geschichte noch einmal so richtig deutlich gemacht. Viel zu oft gerät das Thema in Vergessenheit und ich finde wichtig, dass durch solche tollen Geschichten das Erbe weitergegeben wird. Die Autorin erhebt nicht den moralischen Zeigefinger sondern erzählt ihre Geschichte aus verschiedenen Perspektiven, die es dem Leser/der Leserin ermöglicht mehrere Sichtweisen auf ein und dieselbe Handlung zu bekommen. Das hat mir sehr gut gefallen. Mir hat es auch sehr gut gefallen tiefe Einblicke gleich in mehrere Leben zu bekommen. Ich war emotional immer bei den Protagonisten und konnte jede auf ihre Weise auch verstehen; sogar Herta.
Das Ende fand ich sehr stimmig und es ließ mich mit einem warmen Gefühl der Hoffnung und Zufriedenheit zurück, so dass ich das Buch mit einem guten Gefühl schließen konnte. Die Geschichte hat mich dennoch nicht sofort losgelassen. Deshalb habe ich mich sehr über das Nachwort der Autorin gefreut, in dem ich noch etwas über die geschichtlichen Fakten der Personen und der Orte erfahren konnte, die Martha Hall Kelly für ihre Geschichte ausgesucht hatte.

„Als das Taxi losfuhr, erhaschte ich einen Blick auf Paul unter den Passanten und wurde von retrouvailles ergriffen – auch so ein Wort, das sich nur schwer übersetzen ließ. Es heißt so viel wie „das Glücksgefühl, weil man einem geliebten Menschen nach langer Zeit wieder begegnete.“ Ich saß auf der Rückbank und schlang die Arme um meinen Leib. Es störte mich nicht, allein nach Hause zu fahren.“ (Zitat; Und am Ende werden wir frei sein)

Fazit:
Eine sehr emotionale, tiefgründige Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht und die Gräuel des zweiten Weltkrieges noch einmal sehr verdeutlicht. Dennoch lässt sie den Leser/die Leserin mit einem warmen Gefühl der Hoffnung zurück. Ein großartiges Werk gegen das Vergessen!

 

5 von 5 Sternen!

(Werbung! Vielen Dank an das Bloggerportal für das Rezensionsexemplar)
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Römisches Finale – Natasha Korsakova (Rezension)

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Der Inhalt:
Der weltberühmte Pianist Emile Gallois wird erschossen in seiner Garderobe aufgefunden. Commissario Di Bernardo und sein Kollege Ispettore Del Pino beginnen in der italienischen Musikszene zu ermitteln und decken ein Doppelleben des Pianisten auf. War dies der Grund für seine Ermordung? Oder steckt doch etwas ganz anderes dahinter?

„Ganz besonders beliebt war dabei der Villino delle Fate – die Feenvilla. Mit ihrem Mix aus Säulen, Türmen, Erkern und Bögen war sie ein surreales Stück Architektur, dessen Anblick Di Bernardo vollkommen gefangen nahm. Ordnung und Struktur suchte er vergebens in diesem Potpourri aus Marmor, Ziegeln, Sandstein und manchem mehr“ (Leseprobe; S. 81 – Römisches Finale)

Meine Meinung:
Ich habe den ersten Fall des römischen Ermittler-Duos nicht gelesen aber trotzdem kam ich gut in diesen neuen Fall hinein und lernte die beiden Ermittler, Commissario Di Bernardo und Ispettore Del Pino gut kennen und lieben.
Die beiden Charaktere waren mir mit ihren Ecken und Kanten sehr sympathisch.
Natasha Korsakova ist es sehr gut gelungen, den beiden Leben einzuhauchen. Ich konnte mir ein richtig gutes Bild von ihnen machen und sie wurden in meiner Fantasie lebendig.
Die Geschichte ist von Anfang an sehr spannend und flüssig erzählt. Die Kapitel sind recht kurz und mit einigen Rückblenden in die Vergangenheit gespickt, wodurch die Handlung zusätzlich an Dynamik und Spannung gewinnt.
Natasha Korsakova hat mit einer Brise Humor und malerischen Ortsbeschreibungen von Rom und seiner Umgebung, der eigentlichen Tragik der Geschichte etwas die Beklemmung genommen, so dass ich am Ende gut unterhalten, jedoch nicht belastet, die Geschichte verlassen kann. Trotz des dramatischen Themas überwiegen bei mir die positiven Gefühle, die zum Beispiel durch die Beschreibung der schönen, historischen Bauwerke, hervorgerufen werden. Oder durch die, zwischen den Zeilen, versteckte Botschaft, dass es auch immer irgendeine Hoffnung auf etwas Schönes gibt.
Der flüssige, malerische Schreibstil haben es mir ermöglicht leicht und zügig durch die Geschichte zu gleiten. Es hat mir viel Spaß gemacht mit den beiden Ermittlern durch Rom und seine Umgebung zu ziehen und Geheimnisse zu lüften.
Nun habe ich richtig Lust bekommen, mir die erwähnten Schauplätze einmal real anzuschauen. Die Musikstücke, die in dem Buch vorkommen, habe ich mir bereits angehört. Die Handlung dieses Buches sowie die Musik haben mich sehr berührt.

„Unendlicher Schmerz durchfuhr ihn, als er in die erschrockenen Gesichter seiner Frau und seiner Kinder blickte. Dann tat er das Einzige, was ihm blieb, um Maria und die Kinder zu schützen“ (Leseprobe, S. 346 – Römisches Finale)

Fazit:
Ein sehr unterhaltsamer Krimi, der dem Leser Rom und seine Umgebung näher bringt und Einblicke in die Welt der klassischen Musik gewährt. Spannend, kurzweilig und dramatisch aber mit einer Botschaft, die am Ende Hoffnung zurücklässt. Mich hat dieses Buch sehr berührt.

5 von 5 Sternen!

Werbung! Vielen Dank an Natasha Korsakova für das Rezensionsexemplar. Ohne dich, wäre mir ein wunderbares Buch durch die Lappen gegangen! 🙂

 

 

 

 

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Verbrechen – Ferdinand von Schirach (Rezension)

Verbrechen

 

Der Inhalt:
Elf meisterhafte Erzählungen von Ferdinand von Schirach.

Ein angesehener, freundlicher Herr, Doktor der Medizin, erschlägt nach vierzig Ehejahren seine Frau mit einer Axt. Er zerlegt sie, bevor er schließlich die Polizei informiert. Sein Geständnis ist ebenso außergewöhnlich wie seine Strafe… Ein Mann raubt eine Bank aus, und so unglaublich das klingt: Er hat gute Gründe. Gegen jede Wahrscheinlichkeit wird er von der Justiz an Leib und Seele gerettet… Eine junge Frau tötet ihren Bruder. Aus Liebe.

Ferdinand von Schirach erzählt unglaubliche Geschichten, die dennoch wahr sind. Präzise, schnörkellos, lakonisch wie ein Raymond Carver und gerade deswegen mit unfassbarer Wucht.  (Klappentext)

Meine Meinung:
Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Der schnörkellose, klare Schreibstil des Autors haben mich sofort vereinnahmt und mich regelrecht in die Geschichten hineingezogen. Dabei fasste sich Ferdinand von Schirach so kurz wie möglich. Die Geschichten waren allesamt hochinteressant und spannend erzählt und mit genügend Fakten und Informationen versehen, so dass ich die Fälle sehr gut nachvollziehen konnte. Dabei wurde aber auf ausschmückende Hintergrundinformationen verzichtet. Auch auf wissenschaftliche Fachausdrücke, die jemanden der weder Jurist oder Kriminalist ist nicht allzu geläufig sind, wurde verzichtet. Das erleichterte mir das Lesen und verstehen sehr. Ich lese viele Bücher und Zeitschriften in denen über wahre Kriminalfälle berichtet wird und manchmal wiederholen sich auch einige Fälle. Diese elf Geschichten waren mir alle unbekannt und ich hatte meine Freude daran, sie zu lesen. Ein paar Erzählungen fand ich so skuril, dass ich mich kopfschüttelnd fragte, ob sie wirklich so passiert sind. Wiedermal wurde mir bewusst, dass das Leben seltsame Kapriolen schlagen kann und die Realität tollen Stoff für Geschichten bietet, die sich so wahrscheinlich niemals jemand ausdenken würde weil es zu unglaubwürdig erscheint. Ich war etwas traurig als die letzte Geschichte zu Ende gelesen war. Gerne hätte ich noch mehr solcher Erzählungen gelesen. Das war mein erstes Buch von Ferdiand von Schirach aber bestimmt nicht mein Letztes!

Fazit:
Elf hochinterssante Geschichten über Verbrechen, die sich so ereignet haben. Unglaublich und sehr unterhaltsam erzählt. Für True-Crime-Fans eine absolute Leseempfehlung.

5 von 5 Sternen!

(Werbung! Vielen Dank an den btb-Verlag und das Bloggerportal von Randomhouse für das Rezensionsexemplar!)

 

 

 

 

 

Rezension

Ahrtrüffel – Demme-Zech/Krajewski (Rezension)

Ahrtrüffel

 

 

Der Inhalt:
Eine Leiche auf einer Trüffelplantage im Ahrtal macht den Unternehmer Peter Siedenburg und die Journalistin Greta Schönherr zu unfreiwilligen Partnern. Siedenburgs Firma droht der Ruin, da die Keimfähigkeit seiner eigenen Trüffel erschöpft ist. Als er bei der Suche nach neuen Trüffeln auf eine stark verweste Leiche auf seinem Grund stößt, gilt er schnell als Mörder. Greta Schönherr soll seine Unschuld beweisen. Sie vertraut Siedenburg nicht, doch sie wittert eine große Story und lässt sich auf einen gefährlichen Deal ein. (Klappentext)

Meine Meinung:
Die Kriminalgeschichte spielt in der Zukunft, genauer gesagt im Jahr 2034. Ich musste über den „technischen Schnick-Schnack“ den es laut der Autoren im Jahre 2034 gibt, schmunzeln. Dabei halte ich es gar nicht mal für so abwegig, dass es die eine oder andere Erfindung bis dahin tatsächlich gibt.
Mir hat der Ausflug nach Sinzig, in der nahen Zukunft, sehr gefallen. Sinzig ist in dieser Geschichte die Trüffel-Hochburg der Eifel und Wohnsitz des Unternehmers und Trüffelzüchters Peter Siedenburg. Dieser ist ein knallharter, unfreundlicher Mensch und mir als Leserin, sehr unsympathisch. Ich habe wenig Mitleid mit ihm als auf seinem Grundstück eine Leiche gefunden wurde und er unter Mordverdacht gerät.
Greta Schönherr ist mir da schon wesentlich sympatischer auch wenn ich mich nur teilweise mit ihr identifizieren kann. So wie die Handlung ein paar Jahre weit voraus spielt habe auch ich das Gefühl dem Geschehen mit einigem Abstand zu folgen. Trotzdem fühle ich mich gut unterhalten und die Seiten verfliegen nur so.
Dank dem flüssigen Schreibstil der Autoren und den kurzen Kapiteln kann ich der Handlung sehr gut folgen und mitfiebern. Die kurzen Rückblenden in der Vergangenheit bringen zusätzlich Dynamik und Tempo in die Geschichte. Außerdem erfahre ich sehr viel Interessantes über Trüffel, was ich bisher noch nicht wusste.
Bis zum Schluss bin ich gespannt welche Geheimnisse Peter Siedenburg hütet und ob er nun der Mörder ist oder nicht.
Das Ende hat mich dann noch einmal positiv überraschen können.

Fazit:
Ein schöner Krimi mit und um die teuersten Pilze der Welt. Spannende Unterhaltung mit einigen Gelegenheiten zum schmunzeln. Mir hat die Reise in die nahe Zukunft sehr gefallen.

4 von 5 Sternen.

(Werbung! Vielen Dank an den Gmeiner-Verlag und an Marion Demme-Zech für das Rezensionsexemplar.)
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Der Schmetterling – Gabriella Ullberg Westin (Rezension)

 

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Der Inhalt:
Johan Rokka kehrt als Ermittler bei der Polizei zurück nach Hudiksvall wo er als Kind aufwuchs. Gerade dort angekommen wird die Frau des Fußballstars Mans Sandin ermordet. Johan Rokka kennt den Fußballer aus seiner Jugendzeit. Er beginnt zu ermitteln. Hat der Mord vielleicht auch etwas mit seiner Vergangenheit zu tun?

Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt sofort sehr temporeich mit dem Mord an der Ehefrau des Fußballstars, Mans Sandin.
Gabriella Ullberg Westin erzählt sehr flüssig und leicht verständlich. Sie beschreibt die Geschehnisse und Charaktere bildlich, so dass es mir leicht fällt mir vorzustellen was gerade passiert und wie sich die Protagonisten fühlen. Der Protagonist Johan Rokka gefiel mir gut. Er wird als typischer Ermittler mit Ecken und Kanten und ein paar dunklen Geheimnissen dargestellt. Dasa weckt meine Neugier und ich möchte wissen was sich hinter der Fassade verbirgt. Trotz seiner Macken ist er mir sehr sympathisch.
Die Handlung ist in Kapitel aus der Gegenwart ausgeteilt in denen der Leser, die Leserin, erfährt was sich gerade aktuell ereignet und dazwischen gibt es Kapitel aus der Vergangenheit, die den Leser informieren was vor längerer Zeit passiert war und für den aktuellen Fall wichtig ist. Mir hat diese Gliederung sehr gut gefallen. Es sorgte zusätzlich für Spannung und Neugier. Das Buch hat sich flüssig und zügig lesen lassen. Die Seiten sind nur so verflogen und ich fühlte mich gut unterhalten. Der Autorin ist es gelungen die Spannung vom Anfang bis zum Ende zu halten. Ich fühlte mich mitten im Geschehen und habe mich nie gelangweilt. Die Charaktere waren menschlich und ihre Handlungen und Gedankengänge nachvollziehbar.

Fazit:
Mich hat dieser Krimi sehr gut unterhalten. Er war leicht zu lesen, vom Anfang bis zum Ende spannend und die Charaktere waren authentisch und bildlich dargestellt.

4 von 5 Sternen

(Werbung! Vielen Dank an Harper Collins für das Rezensionsexemplar)

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Auris _ Die Frequenz des Todes – Vincent Kliesch (Rezension)

Auris

 

 

Der Inhalt:
Ein Baby verschwindet aus seiner Wiege und die verzweifelte Mutter setzt einen Notruf ab. Ein ratloser Polizist sucht Hilfe bei Matthias Hegel, dem besten Phonetiker Deutschlands. Dieser sitzt jedoch gerade im Gefängnis. Deshalb bittet Hegel die Journalistin und Podcasterin Jula, mit der er auch schon den ersten Fall gelöst hatte, um ihre Mithilfe. Jula begibt sich auf Spurensuche und stößt auf Unglaubliches. Dabei gerät sie selbst in Gefahr.

Meine Meinung:
Vincent Kliesch ist es wieder einmal gelungen einen wahren Pageturner zu schreiben. Die Geschichte beginnt sofort, ohne große Umschweife, mit Spannung und Tempo und hält dieses Tempo auch durchgehend bis zum Ende. Die Sprache ist dabei einfach und gut verständlich, so dass das Lesen leicht fällt und der Leser, die Leserin nur so durch die Seiten „fliegen“ kann. Die meisten Charaktere sind bereits aus dem ersten Teil von Auris bekannt und ich freue mich, einigen wie zum Beispiel Jula, Matthias Hegel, Elyas und auch Paul wieder zu begegnen und nochmal ein Abenteuer mit ihnen zu erleben. Mir ist Jula sehr sympathisch und ich kann sie oft in ihren Handlungen und Denkweisen verstehen. Manchmal würde ich sie aber auch gerne zurückpfeifen und sie zur Vernunft bringen. Hegel ist ein undurchsichtiger Charakter, was jedoch genauso gewollt ist. So gibt er dem Leser, der Leserin auch im zweiten Teil einige Rätsel auf und lässt nur spärlich hinter seine Fassade blicken. Ich hoffe, dass sich im dritten Teil das Geheimnis um Hegel lüften wird.
Über die Charaktere die neu in diesem Buch erscheinen und in den Fall involviert sind, wie zum Beispiel Mutter und Vater des verschwundenen Kindes, hätte ich sehr gerne mehr erfahren. Da wurde nach meinem Geschmack ein bisschen mit Hintergrundinformationen gegeizt, so dass sie für mich etwas undurchsichtig blieben und ich keine emotionale Bindung aufbauen konnte. Das hat mir ein bisschen gefehlt.
Den Fall den Jula und Matthias Hegel zusammen lösen mussten fand ich jedoch sehr interessant und ich war von Anfang an neugierig was sich dahinter verbirgt. Ich bin auch sehr lange im Dunkeln getappt und konnte bis zur Auflösung nicht erraten was denn nun wirklich dahinter steckte. Zwar bekam ich hin und wieder ein „Häppchen“ zugeworfen aber immer nur so dosiert, dass ich unbedingt weiterlesen musste. So hatte ich dann das Buch auch sehr zügig beendet und bin nun ein kleines bisschen traurig Jula und Hegel wieder verlassen zu müssen. Freue mich aber schon jetzt auf das nächste Abenteuer.

Fazit:
Ein Pageturner der sich nur so weggelesen hat. Spannend, unterhaltend und überraschend. Ich wurde bestens unterhalten und kann ihn allen Thrillerfreunden empfehlen.

 

4 von 5 Sternen

(Werbung! Vielen Dank an Lovelybooks.de und Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!)

 

 

 

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Das Dorf der Toten Seelen – Camilla Sten (Rezension)

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– Albin ließ seinen Blick über die Häuser schweifen. Ein jedes ordentlich und anheimelnd. Aber keine der Haustüren stand offen. Wohin er auch blickte, nicht eine Menschenseele war zu sehen. „Wo sind sie bloß alle?“, fragte er.
Das Dorf konnte schließlich nicht vollkommen ausgestorben sein. Irgendwo mussten die Bewohner doch sein. – (Das Dorf der Toten Seelen, S. 9)

Der Inhalt:
Vor 60 Jahren verschwanden in dem Grubenort Silvertjärn plötzlich alle Einwohner. Ihr Verbleib ist bis heute ungeklärt. Alice Lindstedt hat gerade die Filmhochschule beendet und möchte ihren ersten Dokumentarfilm über Silvertjärn drehen. Sie selbst hat eine Verbindung zu dem geheimnisvollen Ort weil ihre Großmutter von dort stammt aber wegzog bevor die restlichen Einwohner verschwanden. Alice möchte nun herausfinden was damals geschah. Mit einem Filmteam von fünf Menschen fährt sie zu dem abgeschiedenen, verlassenen Ort. Und bald geschehen dort seltsame Dinge. Sind sie etwa nicht allein?

Meine Meinung:
Mich hat diese Geschichte sofort neugierig gemacht. Ich liebe verlassene, einsame Orte, die ein ungelöstes Geheimnis bewahren. Deshalb musste ich dieses Buch sofort lesen. Camilla Sten hat mich nicht enttäuscht. Sie baut von Anfang an eine Spannung auf, die ich förmlich spüren kann. Ihr bildlicher Schreibstil ziehen mich sofort in das Geschehen hinein. Ich werde Teil des Filmteams, das sich in Silvertjärn auf Entdeckungstour begibt. Die bedrohliche, geheimnisvolle Aura dieses Ortes kann ich nahezu spüren. Ein unbehagliches Gefühl kommt während des Lesens in mir auf und ich genieße es, während ich mich in der Sicherheit meines gemütlichen Bettes weiß.
Camilla Sten versteht es sehr gut die Athmosphäre des Ortes Silvertjärn zu vermitteln und die Gefahr, die von ihm ausgeht. In den ersten zwei Dritteln baut sie Stück für Stück die Spannung zum zerreißen auf, die sich dann im letzten Drittel entlädt.
Am Ende gibt es ein paar kleine Details die mir nicht ganz schlüssig waren und Fragen bei mir aufwarfen. Diese waren jedoch für das Gesamtverständnis der Handlung nicht wichtig. Ich konnte darüber hinwegsehen.
Die Autorin hat durch ihre bildliche Sprache und Beschreibung den Charakteren Leben eingehaucht. Ich konnte jede Person des Filmteams vor mir sehen und habe deren Charakter gut kennenlernen und nachvollziehen können. Mir hat es Spaß gemacht mit ihnen Abenteuer zu erleben.

– Ihn so auf den Schienen stehen zu sehen, löst ein mulmiges Gefühl bei mir aus, obwohl seit mehr als einem halben Jahrhundert kein Zug mehr in den Bahnhof eingefahren ist.
Ich male mir aus, wie es hier ausgesehen haben muss, als der Bahnhof noch von Reisenden bevölkert war: müde Kinder, die sich zankten, während sie mit ihren Vätern oder Müttern auf die Ankunft des Zuges warteten. – (Das Dorf der Toten Seelen, S.97)

Fazit:
Spannende Unterhaltung mit einer düsteren, gefährlichen Athmosphäre, die teilweise zum greifen nahe ist. Mir hat dieses Buch sehr gefallen und ich empfehle es gerne weiter an diejenigen, die sich gerne unterschwellig gruseln.

4 von 5 Sternen!

(Werbung! Vielen Dank an Harper Collins und vorablesen.de für das Rezensionsexemplar!)